21. September Lesung und Diskussion „100 Jahre Novemberrevolution“ #CallMeRäterepublik #Revolutionsstadt #Rockinlikekeits1918 #FFF18

Deutschland 1918/19 – Die Flamme der Revolution
Lesung und Diskussion mit Kunst und Kampf (Bernd Langer)

  • 21.9. 20 Uhr Sub Rosa, Kiel

Im Jahr 1919 entwickelt sich im Deutschen Reich ein Bürgerkrieg, der nicht als solcher in den Geschichtsbüchern verzeichnet ist. Wie kommt es dazu?

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 radikalisieren sich die sozialen Verhältnisse. Weil die SPD den Kriegskurs des Kaiserreiches mitträgt, spaltet sich die Partei und es entsteht die Unabhängige Sozialdemokratie. Auftrieb erhält die Antikriegsstimmung durch die Revolution in Russland 1917. Doch erst mit der militärischen Niederlage bricht das Kaiserreich 1918 zusammen, und ein Matrosenaufstand in Kiel wird zum Auslöser der Novemberrevolution.

Der zunächst friedliche Verlauf ist bald von blutigen Konfrontationen überschattet. Während die radikalen Kräfte die Sozialisierung der Industrie und die Räte-Republik wollen, verteidigen die SPD und andere bürgerliche Parteien die kapitalistischen Besitzverhältnisse mit Hilfe der Freikorps.

Detailreich und lebendig wird in diesem Vortrag die Geschichte jener Tage erzählt, die eine grundlegende politische Weichstellung bedeuten. Denn die weltweite Spaltung in Kommunistische Parteien mit revolutionärem Anspruch einerseits und eine reformistische Sozialdemokratie andererseits sowie die verhängnisvolle Entwicklung am Vorabend des Faschismus sind ohne diese Ereignisse nicht zu begreifen.

Bernd Langer, seit 1978 antifaschistisch engagiert, gehörte zu den Aktivisten der ersten autonomen Antifa-Strukturen. Außerdem entwickelte er die kulturpolitische Initiative Kunst und Kampf (KuK). In den 1990er Jahren war Langer maßgebliches Mitglied der Autonomen Antifa (M) und am Aufbau der AA/BO (Antifaschistische Aktion/Bundesweite Organisation) beteiligt. Als Autor diverser Bücher und Vortragsreisender setzt er sich seit Jahren mit den revolutionären Bewegungen in Deutschland auseinander. Sein aktuelles Buch „Deutschland 1918/19 – Die Flamme der Revolution“ wird zeitnah im Unrast Verlag erscheinen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Rockin The System Like It’s 1918 – Fire and Flames Festival 2018 und in Kooperation mit der Rosa Luxemburg-Stiftung Schleswig-Holstein statt.

www.fireandflames.com | www.revolutionsstadt.de | www.kunst-und-kampf.de | sh.rosalux.de

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Drumming The Monument II am 18. Oktober

aaaIMG_0957Ein weiteres Mal lassen die Künstler das Denkmal zum Matrosenaufstand hörbar werden. 18.10.18  18 Uhr
Denkmal zum Matrosenaufstand, Ratsdienergarten Kiel

Kurzbericht zu vergangenen Veranstaltungen #CallMeRäterepublik

Einen erfolgreichen Auftakt hatte die Veranstaltungsreihe am 7. Juni mit der Vernissage im ONspace. Ca. 70 Besucher*innen interessierten sich für die Ausstellung.

Am 9. Juni wohnten ca. 25 Zuhörer*innen zwei Vorträgen rund um die Räterepublik bei. Dazu gab es Linsensuppe gegen Spende.

Zu den Vorträgen gibt es auch Aufzeichungen, die wir sichten und ggf. auch veröffentlichen werden.

Die nächste Veranstaltung findet am 15. Juni statt: Die Dialogische Lesung zu Ernst Tollers „Eine Jugend in Deutschland“. Ab 17 Uhr!

Was ist eigentlich eine #Räterepublik?

Rathaus Bremen 15111918.jpg
Verkündung der Machtübernahme durch den Arbeiter- und Soldatenrat in Bremen am 15. November 1918 – Von Barth – Staatsarchiv Bremen, CC BY-SA 3.0, Link

Wir verweisen hier zunächst einmal auf die Wikipedia. Der Aktuelle Artikel beginnt so:

Eine Räterepublik oder Rätedemokratie ist ein politisches System, bei dem die Herrschaft von der Bevölkerung über direkt gewählte Räte ausgeübt wird. Die Räte sind der Basis direkt verantwortlich und an deren Weisungen gebunden. Ein solches imperatives Mandat steht im Gegensatz zum freien Mandat, bei dem die gewählten Mandatsträger nur „ihrem Gewissen“ verantwortlich sind. Räte können demgemäß von ihrem Posten jederzeit abberufen oder abgewählt werden (Recall).

In einer Räterepublik sind die Wähler in Basiseinheiten organisiert, beispielsweise die Arbeiter eines Betriebes, die Bewohner eines Bezirkes oder die Soldaten einer Kaserne. Sie entsenden direkt die Räte als öffentliche Funktionsträger, die Gesetzgeber, Regierung und Gerichte in einem bilden. Im Unterschied zu früheren Demokratiemodellen nach Locke und Montesquieu gibt es somit keine Gewaltenteilung. Die Räte werden auf mehreren Ebenen gewählt: Auf Wohn- und Betriebsebene werden in Vollversammlungen Abgesandte in die örtlichen Räte entsandt. Diese delegieren wiederum Mitglieder in die nächsthöhere Ebene, die Bezirksräte. Das System der Delegierung setzt sich bis zum Zentralrat auf staatlicher Ebene fort, die Wahlvorgänge geschehen somit von unten nach oben. Die Ebenen sind meist an Verwaltungsebenen gebunden.

Als Vorbild für die Rätedemokratie gilt die Pariser Kommune vom 18. März bis 28. Mai 1871.

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar;

Ihr könnt dort weiterlesen, bzw. dort auch weiter Artikel zum Thema lesen. Für eine erweiterte Perspektive auch im Hinblick auf den Matrosenaufstand empfehlen wir dann sich die Vorträge am 9. Juni im ONspace anzuhören!

9. Juni: Zwei Vorträge zur Rätebewegung 1918 und zum #Matrosenaufstand #Räterepublik

cropped-cropped-logo.jpgDie Rätebewegung während des revolutionären Aufstands der Matrosen und Arbeiter in Kiel (1918-1919) im ONspace um 17 Uhr:
Der Historiker Klaus Kuhl beschreibt, warum und wie sich die Aufständischen in Kiel in Räten organisierten. Die Räte eroberten die militärische und politische Macht und schufen die Grundlagen für durchgreifende Reformen. Doch die Soldatenräte konnten schließlich – insbesondere auf Betreiben Noskes – wieder abgeschafft werden. Die Ursachen dafür erläutert Kuhl in einem durch Fotos und Filmausschnitte illustrierten Vortrag.

Im Anschluss:
Vortrag von Helge Döhring im ONspace im Anschluss : 1918: Revolution ohne Revolutionäre
Ein Staatssystem bricht zusammen, und ein anderes System übernimmt das alte. Ist das eine soziale Revolution?
Dafür bräuchte es Revolutionäre. Und zwar so viele, dass sie einen repräsentativen Teil der gesamten Bevölkerung stellten. Und zwar von einer Qualität, dass das gesellschaftliche Leben ohne zentralistische Bevormundungen fortgeführt werden könnte. Zudem müsste das ganze in einem zumindest europaweiten revolutionären Kontext stehen, um vom Ausland her nicht militärisch besiegt zu werden. Wie stand es damit 1918/19 in Deutschland?
Wie beurteilte die syndikalistische Arbeiterbewegung die Situation?
Was verband und was trennte sie theoretisch und praktisch von den revolutionären Ereignissen?

Update: Für die Hungrigen wird es auch Linsensuppe geben gegen Spende!

Für Übernachtung können wie via Medusa um die Ecke günstige Angebote machen.

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